Djemben haben viele Gesichter

Wer es gern exotisch in seiner Wohnung mag, der dekoriert mit abstrakten Figuren, extravaganten Gemälden oder kunstvollen Sammlerstücken. Dazu gehören zweifelsfrei afrikanische Musikinstrumente. Wer sich für eine Djembe als Dekorationsobjekt entschieden hat und die afrikanische Bechertrommel nach einer Weile zu langweilig findet, kann sie stilecht aufpeppen und ihr ein neues Gesicht verleihen.

In Genua zum Beispiel, wird die Bespannung der Trommel umwickelt. Der Kronenring wird so nicht eingefasst, sondern ummantelt, was ein optisch gleichmäßigeres und ansprechenderes Bild ergibt. Wer seine Trommel nicht nur als Deko nutzt, sondern auch ab und an seine Hände darauf spielen lässt, braucht keine Angst zu haben, der Halt der Haut und somit das Trommelspiel werden dadurch nicht verändert.

Bunte Seile für afrikanische Trommeln

Wer es gern bunt mag, kann die Seile der Trommel austauschen. Unterschiedlich farbige Seile um den Trommelkörper gelegt, peppen die Djemben auf und schaffen eine fröhliche Atmosphäre. Außerdem können an den Seilen Muscheln, Perlen und Anhänger befestigt werden. Man sollte natürlich darauf achten, dass dabei Afrika-typische Materialien und Formen verwendet werden, um die Trommel nicht zu verkitschen. Beim Nachspannen des Schlaginstrumentes müssen die Seile dann allerdings entfernt werden.

Apropos Nachspannen: wenn die Ausgangsspannung der Djemben nach einiger Zeit erschlafft ist, müssen die Instrumente neu gestimmt werden. Ursprünglich sind die Vertikaltaue straff angespannt. Beim Nachspannen muss das Reservetau verflochten werden, damit es an Länge abnimmt und wieder Spannung aufgebaut wird. Die entsprechenden Flechttechniken kennen Fachhändler und Trommelprofis. Dabei sollte man sich professionelle Unterstützung holen, um das Instrument nicht kaputt zu machen. Wussten Sie schon, dass eine straff gespannte Djembe von 31cm Spielfläche eine Zugkraft von bis zu 455kg entwickeln kann und Tonhöhen von ca. 400Hz erzeugt werden können?

Metallrasseln am Trommelkörper

Eine weitere Möglichkeit seine Djembe aufzumöbeln ist es, Metallrasseln separat am äußeren Trommelkörper zu befestigen. Das erfüllt neben dem dekorativen Zweck sogar noch einen ganz praktischen: Der Klang wird verstärkt. Dieser Brauch stammt sogar aus Westafrika selbst und geht dort nicht auf das Können der Djembe-Spieler zurück, wie man vermuten könnte. Innovative Trommler haben so ihre Djemben ganz simpel in der Tonvielfalt erweitert.

Besonders in Genua gibt es eine weit verbreitete Merkwürdigkeit: Hier werden an den Fuß der Trommel Motorradreifen gebaut. Vor 1990 nutzte man stattdessen alte Zahnriemen Warum? Die Standfestigkeit der Djembe wird erhöht und denkt man an die sandigen Böden in dieser Region, ergibt diese Idee durchaus Sinn. Weniger nachvollziehbar ist der dekorative Zweck, den diese Erweiterung erfüllt. Oder möchten Sie alte Reifen in Ihrem Wohnzimmer finden?

Traditionell werden am Trommelfuß afrikanische Schnitzereien angebracht. Diese bilden in der Regel eine natürliche und sehr authentische Dekoration der Trommel. Wer wissen möchte, woher seine Djembe kommt, muss sich die Schnitzerei einfach näher ansehen, denn je nach Region gibt es verschiedene Handschriften der afrikanischen Kunst. War sie früher noch sehr schlicht und zurückhaltend gewählt, übertrumpfen sich pompöse Schnitzarbeiten seit ca. 2000, da die Nachfrage auf dem westlichen Markt extrem angestiegen ist. Waren zuerst nur der Trommelfuß verziert, erstrecken sich die Schnitzereien jetzt bisweilen über den ganzen Trommelkörper.

Es gibt schier unzählige Möglichkeiten die traditionellen Djemben zu verschönern. Dies sollte vor allem mit afrikanischem Flair und einem Auge für die eher schlichte Tradition der Trommeln geschehen.

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